Landwirtschaft



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Schankrecht im "Hirschen / Cyprian" anno 1867

Geschichte einer Traditionsreichen Wirtschaft

 

Anno 1867 kann das Gasthaus "Zum Hirschen" in Neukirch, allgemein bekannt als „beim Cyprian", auf sein Schankrecht  zurückblicken. Lang war der Kampf, den der Bregenbachbauer Cyprian Fehrenbach um diese Konzession durchstehen musste, über zehn Jahre lang.

Seit die neue Staatsstraße von Furtwangen nach Gütenbachenbach an seinem Hof vorbeiführte und der Gastwirt Lukas Scherzinger das Recht erhalten hatte, seine "Realwirtschaftsgerechtigkeit 'Zur Stadt Freiburg' (Die Alteck)" von der alten Kilpenstraße an die neu zu bauende Staatsstraße an das von ihm erworbene Hofgutsteil des Johann Löffler auf Gütenbacher Gemarkung zu verlegen, wonach dann die neue "Stadt Freiburg" den Beinamen "Neu- Eck" erhielt, wollte auch der Bregenbachbauer vom Verkehr auf der neuen Straße etwas haben. Doch schon mit Beschluss vom 28. März 1856 wurde dieses Gesuch abgewiesen. Auch die drei Neukircher Wirte, Dreistegenwirt Trenkle, Ochsenwirt Friedle und Rößlewirt Braun, wehrten sich vehement gegen eine neue Konkurenz und fanden ein viertes Gasthaus im Ort völlig überflüssig. Sie widerlegten alle Gründe des Bittstellers als unwahr.

Auch die Regierung des Oberrheinkreises in Freiburg fand im Februar 1861, das "derzeit ein Bedürfnis für eine neue Wirtschaft auf der Höhe der Kilpenstraße nicht nachgewiesen ist."

Im Oktober 1865 befasste sich dann der Bezirksrat in Triberg neben einen Antrag des Kohlplatzbauern Georg Spiegelhalter um Verleihung eines Schank- und Speise-wirtschaftsrechtes wieder mit dem Antrag von Cyprian Fehrenbach. Beide Anträge wurden abgelehnt. Doch schließlich fand der Bregenbachbauer eine Möglichkeit, doch zu einem Schankrecht zu kommen. Als er anfragte, ob er selbst-gebrautes Bier ausschenken dürfe und auf Rückfrage auch eilfertig versicherte, kein fremdes Bier auszuschenken, kam 25. April 1867 endlich die ersehnte Bewilligung. Im Oktober 1883 wurde dann dem Bürgermeister­amt Neukirch eröffnet, dass dem Fortbetrieb der Schankwirtschaft (nicht Gastwirtschaft ) " zum Hirschen" durch die Witwe des Cyprian Fehrenbach, Wilhelmine geborene Wehrle, "diesseits nichts im Wege steht". Diese Bewilligung erhielt dann auch ihr Sohn Ludwig, nachdem der Gemeinderat versichert hatte, dass "die Erlaubnis sowohl zum Betrieb der Schankwirtschaft als auch zum Ausschank von Branntwein einem Bedürfnis des Publikums entspricht". Dem Betreiber einer Schank-Wirtschaft war jedoch verboten, "Tänze, Hochzeiten und Kindstaufen abzuhalten oder Gäste zu beherbergen“. Doch streng scheinen diese Vorschriften nicht eingehalten und kontrolliert worden zu sein, denn zumindest nach dem ersten Weltkrieg war der "Hirschen" als gutes Speiselokal bekannt, und ganz besonders die Furtwangener Geschäftswelt, zu der auch viele verwandt­schaftliche Beziehungen bestanden, ging gerne "zum Cyprian" hinauf zum Essen oder auch zum Nach­mittagskaffee. Deshalb beantragte Hirschenwirt Ludwig Cyprian Fehrenbach, der dritte in der Wirtsgeneration, im Jahre 1937 die Umwandlung der Schankwirtschaft in ein normales Gasthaus, um so den ohnehin schon be­stehenden Zustand auch rechtlich abzusichern. Seine vom Neukircher "Rößle" stammende Ehefrau Berta war als eine gute Köchin im weiten Umkreis bekannt. Leider kehrte der als Nachfolger vorgesehene Sohn Max nicht mehr aus dem Krieg zurück und so übernahm die Tochter Erika Hof und Gastwirtschaft. Damit erlosch auch der Familienname Fehrenbach wieder einmal, der auf dem Bregenbachhof schon seit fast 500 Jahren nachgewiesen ist, die aber immer wieder einmal unter­brochen wurde, wenn Töchter den Hof übernahmen. So war es dann auch als die Übernehmerin Rolf Rommel heiratete und dann die Tochter, die heutige Köchin und Hirschenwirtin, den Uhrmacher-Meister Konrad Rosenberger. Seit 2009 werden sie von ihrem Sohn Theo, der seine Ausbildung zum Koch im Gasthof "Hirschen" in Denzlingen absolvierte, und danach als Jungkoch im Öschberghof arbeitete, unterstützt.